Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Atelier- und Entwurfsansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Atelier- und Entwurfsansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Soussol Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht Ruckstuhl Edition POMPON – Projektansicht

Pompon by Hugo Zumbühl

2010 · Edition von 1

Als Designer mag Hugo Zumbühl gleichsam ein Spätberufener sein – das Interesse am Textilen und insbesondere an der Weberei begleitet ihn dagegen schon seit Jahrzehnten. Geboren und aufgewachsen in Luzern begann er seine
berufliche Laufbahn mit einer Lehre als Hochbauzeichner. Sein Lebensthema, die Weberei, entdeckte er kurze Zeit später an der Kunstgewerbeschule in Zürich, wo er eine Ausbildung zum Werk- und Zeichenlehrer absolvierte. Nach Praxisjahren
als Lehrer in Basel arbeitete Zumbühl zwischen 1975 und 1981 bei einem Entwicklungshilfeprojekt in Peru, wo er am Aufbau einer Weberei-Kooperative beteiligt war. Im Rahmen dieser Tätigkeit erforschte er gemeinsam mit den peruanischen Produzenten die in der Region althergebrachten Färbetechniken für Wolle. Quasi nebenher begann er eine Sammlung peruanischer Volkskunst zusammenzutragen, die mittlerweile internationale Beachtung fand und in renommierten Museen gezeigt wird.

Bald nach seiner Rückkehr in die Schweiz übernahm Zumbühl eine Dozentenstelle an der Pädagogischen Hochschule Graubünden (damals Bündner Frauenschule) in Chur, wo er bis heute im Rahmen der Primarlehrer-Ausbildung die Fächer Werken und bildnerisches Gestalten unterrichtet. Und wiederum war es die Weberei, genauer gesagt die Webtradition der Hochschule, die die Wahl dieser Stelle wesentlich beeinflusste.

Im Jahr 1998 kam es schliesslich zu jener Begegnung, die für Zumbühls weitere Karriere von entscheidender Bedeutung sein sollte: in einem Papierweberei-Workshop im Kurszentrum Ballenberg lernte er Peter Birsfelder kennen, seines Zeichens Webmeister in den Werkstätten der Haftanstalt Thorberg. as Zusammentreffen mit diesem herausragenden Handwerker setzte in Zumbühl einen kreativen Impuls frei, aus dem schon bald konkrete Produkte entstanden. Bereits mit ihrem ersten gemeinsamen Projekt, einem aus Krepppapier gewebten und mit Naturwachs imprägnierten Teppich namens Oscuro, gewannen Zumbühl und Birsfelder 1999 den Design Preis Schweiz. Beflügelt von diesem spontanen Erfolg hat das unter dem Label TEPPICHartTEAM firmierende Gestalter-Duo in den folgenden Jahren immer wieder mit ebenso
innovativen wie unkonventionellen Teppichkreationen von sich Reden gemacht. Mit Ruckstuhl steht Zumbühl seit 2001 in enger Verbindung. Die langfristig angelegte Kooperation in Vertrieb und Materialbeschaffung eröffnet TEPPICHartTEAM
sowohl neue Kundenkreise als auch kreative Freiräume. 

Als Atelier dient Zumbühl der umgebauten Stall eines altenBauernhauses in Felsberg bei Chur, wo er seit vielen Jahren ansässig ist. Materiallager und Experimentierwerkstatt in einem, beherbergt es den einfachen Webstuhl auf dem in
einem oft langwierigen Versuchsprozess die Urmuster seiner Teppich-Kreationen entstehen. Er bevorzugt dabei grundsätzlich die einfachste Bindungsart, die Leinenbindung, denn sein Interesse gilt in erster Linie dem Material und der
haptischen Struktur des Gewebes. Entsprechend ist für Zumbühls Arbeit der physische Umgang mit den Materialien bzw. mit der auf dem Webstuhl erzeugten Struktur von entscheiden der Bedeutung. Ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen (teils neuen, teils fast vergessenen) Materialien und eigenartigen Materialkombinationen nutzt er für seine Experimente gebrauchte Fahrradschläuche ebenso wie alte Filzdecken und -mäntel aus den Beständen der Schweizer Armee oder Kaffeesäcke aus Jute. Neben solchen Recycling-Materialien arbeitet er etwa mit Hanf- und Kunststoffschnüren,
Gummi, Draht, Rosshaar, Schaf- bzw. Lamawolle sowie Fellstreifen von Ziegen und Schafen. Fast so vielfältig wie diese Ausgangsstoffe sind auch die  Bearbeitungstechniken, die er dem Gewebe angedeihen lässt. Mal versucht er es –
inspiriert von archaischen Kulturen – mit Bemalungen oder mit Prägungen, mal kommt der Bunsenbrenner oder die Katzenbürste zum Einsatz. Dass nur ein Bruchteil dieser Experimente zu einem marktfähigen Produkt führen, versteht sich.

Ausgangspunkt für Zumbühls Beitrag zur Edition Rucktuhl war wiederum eine Material-Entdeckung. Das Grundgewebe des Teppichs Pompon, das sich durch einen dichten, weichen Flor auszeichnet, besteht aus dem sogenannten Chenille-Garn,
einem besonders flauschigen Wollfaden, der fast völlig vom Markt verschwunden ist. In regelmässigen Abständen eingeknüpfte Fellpuschel beleben die Oberflächenstruktur und setzen farbige Akzente. Unwillkürlich entsteht das Bild einer nächtlichen, vom Mond beschienene Blumenwiese.

Variante

Material

reine Schurwolle, Schaffell

Technologie

gewoben, Schaffellpuschel eingeknüpft


Zuletzt Angesehen