D.N.A.
Ein Teppch erhält eine Identität
Stephan Hürlemann, Designer
F.A.Z. Magazin
D.N.A.
Im Zentrum steht ein digitaler Produktpass, der jedem Teppich eine eigene Identität verleiht. Materialherkunft, Herstellungsprozess, Pflegehinweise oder spätere Veränderungen bleiben über den gesamten Lebenszyklus nachvollziehbar und begleiten das Produkt weit über den Moment des Kaufs hinaus. Der Teppich erhält damit eine dokumentierte Biografie – und eine Zukunft.
Die Entwürfe von Stephan Hürlemann basieren auf einem offenen gestalterischen System aus Farben, Geometrien und digitalen Datensätzen:
Bausteine:
Das Konzept enthält eine Kollektion von 14 Farben und fünf Rechtecken, die die kleinsten Gestaltungselemente darstellen. Jedes der Rechtecke besteht aus einem oder zwei farbigen Bereichen.
Welten:
Verschiedene Kombinationen aus Farben und Rechtecken ergeben zahlreiche Muster. Benachbarte Bereiche derselben Farbe verschmelzen optisch miteinander. Mit diesen Bausteinen schuf Stephan Hürlemann fünf Welten mit unterschiedlichen Stimmungen, die beispielsweise an Stadtpläne oder Pixelgrafiken erinnern.
Abschnitte:
Um die Teppiche so vielseitig wie möglich zu gestalten, wurden fünf geometrische Formen festgelegt: 1 Quadrat, 1 Kreis und 3 Rechtecke (1:1,33 | 1:1,5 | 1:4,5). Anhand dieser Formen machte sich Hürlemann daran, interessante Ausschnitte und Farbkombinationen in den Musterwelten zu finden.
Unikate:
In einer ersten Entwurfsphase entstanden so 75 Teppichbilder mit unterschiedlichem Charakter – von farbenfroh bis monochrom, von dunkel bis fröhlich, von ruhig bis lebhaft. Jeder Fellow ist als Teil seiner Welt erkennbar und durch seine Bausteine mit anderen Fellows verbunden.
Durch Robot-Tufting entstehen individuelle Einzelstücke mit höchster Präzision und gleichzeitig minimalem Materialeinsatz. Jeder Teppich ist einzigartig, bleibt aber Teil einer grösseren gestalterischen Familie.
Stephan Hürlemann, Designer«Wir wollen den Lebenszyklus eines Teppichs neu denken.»
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen Stephan Hürlemann und Ruckstuhl als «one of these rare examples of true innovation in the industry» und schreibt weiter, gemeinsam hätten sie «an entire new system of designing, producing, distributing and re-using tufted rugs» entwickelt.
Das Fellow Project versteht den Teppich als Teil eines neuen Kreislaufs. Produktionswege werden verkürzt, Ressourcen bewusster eingesetzt und Produkte über ihre gesamte Lebensdauer begleitet. Die Innovation liegt dabei nicht allein in der Technologie, sondern in einem neuen Verständnis von Wertschöpfung: Ein Teppich erhält nicht nur eine Herkunft, sondern eine nachvollziehbare Identität
„Eines dieser seltenen Beispiele für echte Innovation in der Branche“ F.A.Z. Magazin
Mit «FELLOW - Metamorphosis of a Rug» zeigt Ruckstuhl in Mailand, wie sich Schweizer Handwerk, Design und digitale Technologien zu einer neuen Form von Produktkultur verbinden können – präzise, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert.
Im Jahr 2023 verkleinern Hürlemann und seine Partner das Unternehmen, um sich stärker auf Projekte zu konzentrieren, die die Kreislaufwirtschaft fördern. Zudem werden Barbara Hutter und Stephan Hürlemann Mitbegründer von World of Pi.
Ruckstuhl ist einer der ersten Kunden von World of Pi.