Ruckstuhl Edition DESSUS – Dessus Dessous Interior Ruckstuhl Edition DESSUS – Projektansicht Ruckstuhl Edition DESSUS – Dessus Dessous Ruckstuhl Edition DESSUS – Detail der Teppichstruktur Ruckstuhl Edition DESSUS – Projektansicht Ruckstuhl Edition DESSUS – Dessus Dessous Designer Ruckstuhl Edition DESSUS – Dessus Dessous

Dessus Dessus Dessous

atelier oï

2010 · Edition von 1 · Ruckstuhl AG Bleienbachstrasse 9 CH-4900 Langenthal

In den Anfangszeiten der Moderne, ja selbst in der Mitte des 20. Jahrhunderts hat es sie noch gegeben: universelle Architekten-Designer, die buchstäblich vom Kaffeelöffel bis zum grossen Gebäude alles entwarfen, was nach Gestaltung verlangte. Diese Zeiten sind - angesichts einer fortschreitenden Spezialisierung und Differenzierung, die längst auch den Bereich des Designs erfasst hat - unwiederbringlich vorbei.

Als sich Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond vor 19 Jahren zum Atelier Oï zusammenschlossen, setzten sie zur Bewältigung vielfältiger Gestaltungsaufgaben von Anfang an auf Teamarbeit und einen inter- bzw. transdisziplinären Ansatz. Der Erfolg gibt ihnen recht. Das in dem kleinen, zwischen Biel und Neuchâtel gelegenen Ort La Neuveville beheimatete Büro ist im Laufe der Jahre auf rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herangewachsen (Architekten, Designer, Grafiker), die eine beeindruckende Vielfalt von Projekten im Bereich der Architektur, der Innenarchitektur, der Szenografie und des Designs auf höchstem professionellen Niveau bewältigen. Zu den Kunden von Atelier Oï zählen, um nur die wichtigsten zu nennen, Unternehmen wie die Swatch Group, B&B Italia, Foscarini, Louis Vuitton, Ikea, Wogg und Roethlisberger.

Eine wesentliche Basis für die Arbeit von Atelier Oï ist die intensive Auseinandersetzung mit einem Material oder mit einer bestimmten Konstruktionsweise, die sich zunächst in der büroeigenen Werkstatt beim Bau von Modellen und Prototypen abspielt. Die Erfahrungen, die dabei in einem oft langwierigen, von zahlreichen Experimenten geprägten Prozess gewonnen werden, befruchten in der Regel gleich mehrere, im Prinzip voneinander unabhängige Projekte. Im Idealfall gelingt es, einzelne formale Elemente oder Konstruktionsideen im Lauf der Zeit wieder aufzunehmen, sie zu transformieren und weiter zu entwickeln.

Das Atelier Oï begreift sein gemeinschaftliches Schaffen dezidiert als grosses Kontinuum. Entsprechend sorgfältig wird das eigene Material- und Projektarchiv gepflegt und ständig konsultiert. Einzelne Arbeiten stehen nicht isoliert für sich, sondern sollen gleichsam als Glieder einer Kette begriffen werden. Das Weiterspinnen eines Themas, auch über die Grenzen der Disziplinen hinweg, das oft mit einem Masstabswechsel einhergeht, ist mittlerweile fast so etwas wie ein Markenzeichen des Büros geworden. In der Tat führt diese Arbeitsmethode immer wieder zu ebenso überraschenden wie überzeugenden Synergien.

Wie sich bei Atelier Oï ein Projekt aus einem vorherigen ergeben kann, zeigt sich auch anhand ihrer Teppich-Entwürfe für die Edition Ruckstuhl. So geht der aus Leinenbändern geflochtene Teppich Dessus Dessus Dessous auf eine Textil-Installation mit dem Titel „Plier - Entrelacer - Superposer“ (Falten, Flechten, Überlappen) zurück, die Atelier Oï auf Einladung von Ruckstuhl anlässlich des Designers Saturday 2008 in Langenthal realisiert hatte. Ausgangsmaterial für diese beim Designpreis Schweiz 2009 mit einer Nomination ausgezeichnete Arbeit bildeten die Leinenbänder, die üblicherweise bei der Konfektionierung von Teppichen als Bordüre Verwendung finden. Die Transformation von der experimentell ausgerichteten Ausstellungs-Installation zum Editions-Produkt ging sowohl mit einer technischen Verfeinerung als auch mit einer grafischen Aufwertung des Entwurfes einher.

Teppich aus Leinenbändern handgeflochten
Material: FIlz, Leinenbänder

Künstler:in

atelier oï

Variante

Material

Leinenbänder, Filz

Technologie

handgeflochten,
eingefasst mit Leinenband


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