Ruckstuhl Edition CARPE – Diem Soussol Ruckstuhl Edition CARPE – Atelier- und Entwurfsansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Atelier- und Entwurfsansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Atelier- und Entwurfsansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Projektansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Projektansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Projektansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Projektansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Projektansicht Ruckstuhl Edition CARPE – Diem

Carpe Diem by Marcello Morandini

2010 · Edition von 1

Marcello Morandini ist gleichsam der grosse alte Mann der Edition Ruckstuhl. Der international renommierte italienische Künstler aus Varese hat in den mittlerweile fast fünf Jahrzehnten seiner kreativen Tätigkeit mit erstaunlicher Konsequenz
ein vielfältiges Werk geschaffen, das freie und angewandte Kunst ebenso souverän umfasst wie Architektur.

Formal betrachtet stehen Morandinis Arbeiten – auch wenn der Meister selbst solche Kategorisierungen eher skeptisch beurteilt – der Op Art und der konstruktiv-konkreten Kunst nahe. Mathematische Gesetzmässigkeiten, geometrische Grundformen und optische Effekte jedenfalls bilden die Grundlage praktisch aller seiner Werke. Ein zentrales Thema seiner künstlerischen Recherche ist die visuelle Darstellung von Bewegung bzw. Bewegungsabläufen, für die er sich meistens des Schwarz-Weiss-Kontrastes bedient. Die Liste seiner Bilder, Grafiken, Plastiken, Gross-Skulpturen, Möbel, Leuchten, Teppiche, sonstiger Designobjekte, Platz- und Fassadengestaltungen sowie Bauten ist ebenso umfangreich wie die Zahl seiner Ausstellungen in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika, in Japan, Australien, Süd-Korea und Südafrika.

Schon während Morandini zwischen 1959 und 1964 an der berühmten Kunstschule Accademia di Brera in Mailand studierte, arbeitete er als Industrie- und Grafikdesigner. 1962 entstanden die ersten künstlerischen Werke. 1965 konnte er sein Schaffen erstmals in einer Einzelausstellung präsentieren. Internationale Beachtung erregte Morandini dann durch seine Teilnahme an den Biennalen von Sao Paulo (1967) und Venedig (1968). Einen weiteren Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere markierte die Einladung zur Documenta 6 von 1977 in Kassel. 1979 begann seine langjährige und intensive Zusammenarbeit mit dem deutschen Porzellanhersteller Rosenthal, seinem wohl wichtigsten industriellen Partner. Neben künstlerischen Kleinplastiken, die in limitierter Auflage gefertigt wurden, entwarf er für Rosenthal zahlreiche Vasen, Porzellangeschirre und andere Objekte. Grosses Aufsehen erregten darüber hinaus Mitte der 1980er Jahre die Fassadengestaltungen für zwei Firmengebäude. Weitere Architekturprojekte führten Morandini in den 1980er und 1990er Jahren mehrfach nach Singapur und Kuala Lumpur, wo er vor allem mit dem Design von Wolkenkratzer-Fassaden beschäftigt war. Als seine vorläufig letzte architektonische Aufgabe realisiert er 2007 das Kulturzentrum «Das Kleine Museum» in Weißenstadt. Künstlerisch nach wie vor sehr aktiv, übernahm Morandini seit den 1990er Jahren verstärkt Lehraufgaben an verschiedenen europäischen Kunst- und Designhochschulen. 2008/09 wurde
sein Schaffen mit einer breit angelegten Retrospektive geehrt, die zuerst in Venedig in der Galleria d‘Arte Moderna di Ca‘Pesaro und anschliessend in der Neuen Sammlung in Nürnberg zu sehen war.

Der von Morandini entworfene Teppich Carpe Diem zeichnet sich durch ein ungewöhnliches, aber klar umrissenes Format aus. Zwei sich kreuzende diagonale Linienbündel, die in ein Rechteck eingeschrieben sind, schwingen in einen Halbkreis
aus und kehren, wiederum diagonal, in die Rechteckform zurück. Die auf diese Weise entstehende Endlosschleife in Form einer langgezogenen Acht, bringt eine gebändigte Dynamik zum Ausdruck. Der für Morandini typische Schwarz-Weiss-Kontrast ist zu einem Dunkelgrau-Hellgrau-Kontrast abgemildert.

Variante

Material

reine Schurwolle

Technologie

handgetuftet


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