{"product_id":"frisian-woouw","title":"Frisian Wouw by Claudy Jongstra","description":"\u003cp\u003eDie vielleicht grösste Leistung der niederländischen Textilkünstlerin Claudy Jongstra ist es, den Filz, ein jahrtausendealtes, von vielen aber auch als altmodisch oder hinterwäldlerisch empfundenes Material, auf eine überzeugende Weise zeitgemäss und modern zu interpretieren. Mit dieser Begründung jedenfalls erhielt sie 2008 den in ihrer Heimat bedeutenden und hoch dotierten Prins Bernhard Cultuurfonds Prijs für angewandte Kunst und Architektur. Jongstras Beschäftigung mit dem Filz, die bald zu ihrem Lebensthema wurde, begann 1994, als sie im niederländischen Textilmuseum Tilburg eine traditionelle mongolische Filzjurte sah. In der Welt des Textilen war sie damals schon seit einiger Zeit verankert. An der Kunsthochschule in Utrecht hatte sie Modedesign studiert, danach versucht ein eigenes KleiderLabel zu etablieren und schliesslich mehrere Jahre als angestellte Designerin für ein grösseres Modeunternehmen gearbeitet. Auf die von der Modewelt desillusionierte Gestalterin wirkte die Begegnung mit dem Filz wie eine Offenbarung. Tief beeindruckt von der Struktur und der Farbigkeit des vordergründig so schlichten Materials beschloss sie, dessen gestalterisches Potential genauer auszuloten. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIn Abendkursen lernte sie aus Schafwolle, Wasser und Seife mittels Reibung Filz selbst herzustellen. Bald begann sie,zunächst ohne konkretes Ziel vor Augen, mit dem Material zu experimentieren. Fachleute des niederländischen Textilmuseums, denen sie Proben zeigte, ermunterten zu Fortsetzung der Arbeit und motivierten zu weiteren Anstrengungen. Um die Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Filze zu steigern, beschäftigte sie sich in der Folgezeit zum einen mit alten, auf Naturprodukten basierende Färbetechniken, zum anderen integrierte sie Rohmaterialien wie Alpaka, Kaschmir, Leinen, Seide, Baumwolle und bisweilen auch künstliche Fasern in ihre Arbeiten. Aus sehr bescheidenen Anfängen entwickelte sich so über die Jahre hin eine florierende Werkstatt, deren zwischen Kunst und Design oszillierende Produktionen inzwischen internationale Beachtung finden. Zuerst zeigten Textilgalerien in London Interesse an ihren handgefertigten Filz-Unikaten, es folgten, nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem Material, Modedesigner und Kostümbildner. Zuletzt erregten Jongstras Arbeiten die Aufmerksamkeit von Interior Designern und Architekten, mit denen sie in den vergangenen Jahren eine wachsende Zahl von Projekten realisieren konnte. Die Liste ihrer Kooperationspartner ist beeindruckend.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSie umfasst Modeschöpfer wie John Galliano, Donna Karan, Christian Lacroix und Alexander van Slobbe ebenso wie wichtige Vertreter der zeitgenössischen Baukunst in den Niederlanden: Claus \u0026amp; Kaan, Jo Coenen, OMA oder MVRDV.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch in die Sammlungen bedeutender Kunst- und Design-Museen z.B. das Stedelijk Museum in Amsterdam, das Victoria \u0026amp; Albert Museum in London und das MoMA in New York haben Jongstras bald gegenständliche, bald abstrakte Filz-Bilder mittlerweile Einzug gefunden. \u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Einzigartigkeit des «Studio Claudy Jongstra», das seit rund zehn Jahren in einem Dörfchen in der niederländischen Provinz Friesland beheimatet ist und inzwischen acht Mitarbeiterinnen beschäftigt, liegt aber nicht allein in der ästhetischen und künstlerischen Qualität von dessen Erzeugnissen begründet. Für Jongstra selbst sind Ökologie und Nachhaltigkeit zentrale Aspekte ihrer Arbeit. So stammt die Schafwolle, die sie verarbeitet, zum erheblichen Teil von ihrer eigenen, rund 200 Tiere umfassenden Herde. Sie zählen zur in Holland seit je verbreiteten, heute aber seltenen Rasse der Drenthe Heath Schafe und tragen, in dem sie vor allem Deiche beweiden, nebenbei zum natürlichen Landschaftsschutz bei. Auch dass in der werkstatteigenen Färberei ausschliesslich natürliche Farbstoffe verwendet werden, gehört in diesen Zusammenhang. Mit dem Geld des Prins Bernhard Preises übrigens liess Jongstra im vergangenen Jahr einen Schau- und Versuchsgarten anlegen, der der Kultivierung alter Färberpflanzen dient.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Filzteppich Frisian Wouw, den Claudy Jonstra im Rahmen der Edition Ruckstuhl entwarf, fällt vor allem durch seine unregelmässige Umrisslinie und seine wild bewegte Textur auf. Man darf das als Anspielung auf den archaischen Charakter des Filzes verstehen. Die gelbe Farbigkeit, die dem Teppich eine ungemein warme und wohnliche Ausstrahlung verleiht, weckt nicht von ungefähr Assoziationen an das goldene Zeitalter holländischer Malerei, als Meister wie Rembrandt den Farbstoff der Pflanze Reseda (auch Färber-Wau genannt) verwendeten.\u003c\/p\u003e","brand":"Mein Shop","offers":[{"title":"Rechteckig \/ 240 x 330 cm","offer_id":54865922949449,"sku":null,"price":18316.38,"currency_code":"CHF","in_stock":false}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0974\/3299\/4121\/files\/Ruckstuhl-Edition-Frisian-Wouw-Haus-2.jpg?v=1784216500","url":"https:\/\/ruckstuhl.com\/products\/frisian-woouw","provider":"Ruckstuhl AG","version":"1.0","type":"link"}